Atlas / Pla de Mallorca
Petra
Ein Dorf aus goldgelbem Sandstein im Pla, in dem 1713 ein Mann geboren wurde, dessen Name in Kalifornien bekannter ist als hier: Juníper Serra. Sein Geburtshaus steht noch, klein und niedrig, zwei Gassen vom Kloster.
Petra
Petra in 30 Sekunden
Das Wichtigste auf einen Blick
- Lohnt für
- Einen kurzen Besuch
- Passt zu
- Wer sehen will, wo Kaliforniens Missionsgeschichte anfängt
- Beste Monate
- Januar–Mai, Oktober–Dezember
- Zeitbedarf
- Zwei Stunden
- Ohne Mietwagen
- Mietwagen nötig
- Parken
- Am Ortsrand unproblematisch und kostenfrei
- Eher nichts für
- Wer baden will
- Zugänglichkeit
- Kinderwagen: Unproblematisch · Rollstuhl: Ortskern befahrbar; das Geburtshaus hat Schwellen und enge Räume
Mallorca fühlen. Besser entscheiden.
Petra kennenlernen
Passt Petra zu deinen Plänen?
Was dich hier erwartet — und was du für deinen Besuch wissen solltest.
Für wen es gut passt
- Wer sehen will, wo Kaliforniens Missionsgeschichte anfängt
- Wer geschlossene Sandsteindörfer mag — Petra ist eines der stimmigsten
- Radfahrer; der Ort ist ein bekannter Halt im Pla
- Wer Wein mag; ringsum liegen Güter der Herkunft Pla i Llevant
Für wen es weniger passt
- Wer baden will
- Wer Betrieb sucht — außer am Mittwochmarkt ist es sehr ruhig
- Wer im Hochsommer mittags kommt
- Wer ein großes Museum erwartet
Fahrzeit ab Flughafen
40 Min.
45 km
Busverbindung
Vereinzelte Verbindungen
Region
Pla de Mallorca
Höhe
110 m
über NN
Saisonkompass — wann Petra lohnt
Oktober lohnt
ruhig alles offen
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in Juli und August.
Wo das liegt
Lage von Petra
- Region
- Pla de Mallorca
- Einwohner
- 2.900
- Höhe
- 110 m über NN
- Flughafen
- 45 km , rund 40 Minuten
- Mietwagen
- nötig
- Lohnt für
- einen kurzen Halt
- Koordinaten
- 39.6142,3.1118
Was Petra ist
Ein Dorf von rund 2.900 Einwohnern im Pla, zwischen Sineu und Manacor. Gebaut aus goldgelbem Sandstein, geschlossen im Kern, mit einer Pfarrkirche, die für die Ortsgröße außerordentlich groß ausfällt.
Ringsum liegen Weingüter der Herkunftsbezeichnung Pla i Llevant; im September wird gelesen.
Woher der Ort kommt — und woher der Name
Der Name klingt lateinisch, und das führt regelmäßig in die Irre: Petra ist keine Römergründung.
Besiedelt war die Gegend allerdings lange vorher. Im Gemeindegebiet sind rund vierzig archäologische Fundstellen verzeichnet, darunter Höhlen und die Talayots von Son Omar und Termenor. Aus römischer Zeit kennt man von hier Grabbeigaben, Keramik und Münzen — Funde, aber keine Stadt. Unter islamischer Herrschaft lag das Gebiet im Distrikt Yitnau-Bitra und bestand aus verstreuten Gehöften, den alqueries und rafals.
Der Ort selbst ist eine Planung. Nach den Ordenanzas, die Jakob II. um 1300 für die Gründung neuer Landstädte erließ, wurde Petra am Reißbrett angelegt: ein Raster aus rechtwinkligen Gassen, ausgelegt für rund hundert Siedler, mit zugeteilten Ackerflächen und der nötigen Infrastruktur.
Wer heute durch die geraden Gassen geht, läuft also durch einen Stadtplan von 1300 — und nicht durch eine gewachsene Siedlung.

Juníper Serra
Am 24. November 1713 wurde hier Miquel Josep Serra geboren, Sohn einer Bauernfamilie. Er lernte im Konvent Sant Bernardí ein paar Gassen weiter, legte mit sechzehn die Gelübde ab und nahm den Ordensnamen Juníper an. Weil er in Latein, Philosophie und Theologie schnell vorankam, schickte man ihn nach Palma.
Als Franziskaner ging er nach Mexiko und später nach Kalifornien, wo er ab 1769 die Kette der spanischen Missionen gründete — neun hat er selbst gegründet. Aus mehreren wurden Städte: San Diego, San Francisco, Santa Bárbara. Er starb 1784 in Kalifornien. 2015 sprach Papst Franziskus ihn heilig.
Eine Kleinigkeit, die man vor Ort erst begreift: Die Namen der kalifornischen Missionen sind die Namen der Heiligen, die in Sant Bernardí verehrt wurden. Er hat sein Dorf über einen halben Erdball verteilt.

Was man in Petra dazu sieht
Sein Geburtshaus an der Carrer Barracar Alt — der ältesten Straße des Orts — ist ein niedriges Bauernhaus mit wenigen Räumen, Herd, Bettstelle und dem alten Weinkeller. Man geht in vier Minuten hindurch.
Diese vier Minuten sind der Grund herzukommen. Zwischen diesem Raum und einer Stadt von vier Millionen Einwohnern liegt eine Entfernung, die sich auf keiner Karte darstellen lässt.
Nebenan steht das Museum, seit 1959 geöffnet, mit Hausrat, persönlichen Gegenständen und Karten der Missionen. Und entlang der Carrer de Fra Juníper Serra ziehen sich auf beiden Seiten Kachelbilder, eines für jede Mission, die er gegründet hat.
Der Konvent Sant Bernardí selbst ist der dritte Ort dieser Reihe und lohnt den Weg allein wegen des Kreuzgangs.
Dass die Bewertung seines Wirkens gegenüber der indigenen Bevölkerung Kaliforniens umstritten ist — die Heiligsprechung 2015 war es ebenfalls —, gehört zur Sache und wird im Ort nicht verschwiegen.

Die Ermita de Bonany
Gut drei Kilometer außerhalb, auf einem Hügel, mit weitem Blick über den Pla. Serra hielt dort vor seiner Abreise nach Amerika seine letzte Predigt auf Mallorca. Die Straße hinauf ist schmal, aber befahrbar.
Der Ortskern von Petra steht seit einigen Jahren als Conjunt Historicoartístic unter Schutz — Kopfsteinpflaster, geschlossene Sandsteinfronten, und ringsum in den Feldern talayotische Fundstellen.

Im Frühjahr gehört der Ort den Radfahrern
Wer im März, April oder Mai herkommt, sollte das wissen: Petra ist dann einer der großen Treffpunkte der Rennradfahrer im Pla. Die Lage macht es — von hier aus laufen die Runden nach Sineu, Manacor, Ariany und hinauf zum Bonany.
Zur Mittagszeit sind die Terrassen am Ortskern regelmäßig komplett besetzt, die Räder stehen in Reihen an den Hauswänden. Wer in Ruhe essen will, kommt vor eins oder nach drei — oder setzt sich dazu, dann bekommt man die Streckentipps gratis.

Wann man kommt
März und Oktober. Im Februar blüht ringsum die Mandel, im September wird gelesen.
Mittwochs ist Markt, klein und auf den örtlichen Bedarf zugeschnitten — kein Touristenmarkt wie in Sineu, und genau deshalb sehenswert.
Im Juli und August ist der Ort zwischen zwei und fünf Uhr menschenleer.

Ansichten
Petra auf Mallorca
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Petra tut
Drei Stunden
Durch die Gassen zum Kloster Sant Bernardí, zum Geburtshaus und in die Pfarrkirche — dann mittags unter einem Sonnenschirm auf dem Platz.
Ein halber Tag
Zusätzlich hinauf zur Ermita de Bonany, gut drei Kilometer außerhalb auf einem Hügel, mit weitem Blick über den Pla.
Ein ganzer Tag
Zusammen mit Sineu, Sant Joan oder Manacor, alle in einer Viertelstunde.
Bei Regen
Wenig: Kirche und Museum sind unter Dach, sonst ist der Ort draußen.
Praktisch
- Parken
- Am Ortsrand unproblematisch und kostenfrei
- Öffentlich
- Vereinzelte Verbindungen, Bahnhof außerhalb
- Zeitbedarf
- Zwei Stunden
- Hinweis
- Wochenmarkt ist mittwochs am Vormittag. Geburtshaus und Museum haben eingeschränkte Zeiten — wer eigens deshalb kommt, sollte sich vorher erkundigen.
- Bus
- Vereinzelte Verbindungen; Bahnhof an der Linie Palma–Manacor außerhalb des Ortes
- Versorgung
- Supermarkt: Kleine Läden im Ort · Apotheke: Im Ort · Arzt: Sprechstunde im Ort, Krankenhaus in Manacor · Geldautomat: Am Hauptplatz · Tankstelle: An der Ma-3320
- Zugänglichkeit
- Gepflasterte Gassen, weitgehend eben · Kinderwagen: Unproblematisch · Rollstuhl: Ortskern befahrbar; das Geburtshaus hat Schwellen und enge Räume · Hunde: Unproblematisch
- Gibt es nicht
- Strand · Hotels von Größe · Abendbetrieb · Barrierefreies Geburtshaus
- Koordinaten
- 39.6142,3.1118 Google Maps Apple Karten
Was in Reichweite liegt
Sehenswürdigkeiten
In der Umgebung
Ein Wallfahrtsort auf dem Puig de Bonany über Petra, 317 Meter hoch. Bis 1990 lebten hier Einsiedler; von der …
Eine kleine Wallfahrtskirche auf einem Hügel über Sant Joan, erreichbar über eine breite Steintreppe. Ein …
Eine kleine neugotische Kirche auf einem bewaldeten Hügel im Hinterland von Son Serra de Marina — ein spitzer Turm …
Ein Gräberfeld aus der Talayotzeit, unmittelbar am Wasser zwischen Can Picafort und Son Serra de Marina: rund 110 …
Eine Glasbläserei an der Straße nach Manacor, seit 1719 in Familienhand, in einem Gebäude, das aussieht wie eine …
Entfernungen ohne Zeitangabe sind Luftlinie. Auf Mallorca kann die Fahrzeit deutlich darüber liegen — wo mir das bekannt ist, steht sie dabei.
Von hier aus
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Petra
Wer war Juníper Serra?
1713 in Petra geboren, als Franziskaner nach Mexiko und später nach Kalifornien gegangen, wo er ab 1769 die Kette der spanischen Missionen gründete. Aus mehreren dieser Stationen wurden Städte, darunter San Diego und San Francisco. Er starb 1784 in Kalifornien. Die Bewertung seines Wirkens gegenüber der indigenen Bevölkerung ist heute umstritten.
Kann man das Geburtshaus besichtigen?
Ja. Es ist ein niedriges Bauernhaus mit wenigen Räumen, zwei Gassen vom Kloster entfernt, dazu gehört ein kleines Museum. Die Öffnungszeiten sind eingeschränkt — vorher erkundigen lohnt sich, wenn man eigens deshalb anreist.
Was ist die Ermita de Bonany?
Eine Wallfahrtskirche auf einem Hügel gut drei Kilometer außerhalb von Petra, mit weitem Blick über den Pla. Juníper Serra hielt dort vor seiner Abreise nach Amerika seine letzte Predigt auf Mallorca. Die Straße hinauf ist schmal, aber befahrbar.
Wann ist Markt in Petra?
Mittwochs am Vormittag. Er ist klein und auf den örtlichen Bedarf zugeschnitten — kein Touristenmarkt wie in Sineu oder Inca, und genau deshalb sehenswert.
Praktisches auf einen Blick
Wann ist die beste Reisezeit für Petra?
Für einen Besuch empfehlen sich diese Monate: Oktober bis Mai.
Lohnt sich Petra im Juli und August?
Im Juli und August bietet sich eher ein anderer Reisemonat an. In beiden Monaten ist es meist leer. Zu heiß; zwischen zwei und fünf ist der Ort menschenleer.
Wie weit ist Petra vom Flughafen Palma entfernt?
Vom Flughafen Palma sind es rund 45 Kilometer und etwa 40 Minuten Fahrzeit. An der Ma-3320 zwischen Sineu und Manacor. Parken ist am Ortsrand unproblematisch; die Gassen im Kern sind eng und teils Einbahnstraßen.
Braucht man für Petra einen Mietwagen?
Ja. Ohne eigenes Fahrzeug ist Petra nur schwer zu erreichen. Öffentlicher Verkehr: Vereinzelte Verbindungen; Bahnhof an der Linie Palma–Manacor außerhalb des Ortes.
Wo kann man bei Petra parken?
Am Ortsrand unproblematisch und kostenfrei.
Kann man bei Petra baden?
Nicht vor Ort — ein Strand gehört ausdrücklich nicht dazu. Was in Badeweite liegt, steht im Abschnitt „Baden in der Nähe" auf dieser Seite.
Ist Petra mit Kinderwagen oder Rollstuhl machbar?
Wege und Untergrund: Gepflasterte Gassen, weitgehend eben. Mit Kinderwagen: Unproblematisch. Mit Rollstuhl: Ortskern befahrbar; das Geburtshaus hat Schwellen und enge Räume.
Sind Hunde bei Petra erlaubt?
Unproblematisch.
Text und Fotos: Friedhelm Fischer. Seit 2013 auf Mallorca unterwegs — mit dem Rad, zu Fuß und mit der Kamera.