Die 3 eindrucksvollsten Burgen Mallorcas
Drei Burgen, drei Jahrhunderte, drei völlig verschiedene Aussichten.
Eine vollkommen runde Königsburg über Palma, eine ummauerte Stadt über dem Nordosten und eine Felsenburg, deren Mauern direkt auf dem Abbruch stehen: Mallorcas Burgen sind so unterschiedlich, dass sie kaum denselben Namen verdienen.
Alle drei kannst du betreten, alle drei belohnen mit einer Aussicht, für die sie ursprünglich gebaut wurden. Du erfährst hier, wann geöffnet ist, wie anstrengend der Aufstieg wird und worauf du oben achten solltest.
Warum lohnt ein Burgbesuch auf Mallorca?
Weil diese drei Anlagen aus drei verschiedenen Gedanken entstanden sind. Bellver war eine gebaute Königsburg und Sommerresidenz, Capdepera eine ummauerte Stadt für die Bevölkerung einer ganzen Gegend, Santueri vor allem ein Felsen, auf dem jemand die Lücken zugemauert hat.
Für diese Auswahl bin ich von Palma über den Nordosten in den Südosten gefahren. Alle drei Anlagen sind zu betreten, und alle drei liegen so, dass die Aussicht den Weg schon allein rechtfertigt.
Bei jeder Burg findest du Hinweise zu Lage, Öffnung und Zugang. Das ist hier besonders wichtig: Zwei der drei Anlagen haben wechselnde Öffnungszeiten, und eine ist im Winter meist ganz geschlossen.
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1. Castell de Bellver
Die einzige vollständig runde Burg Spaniens, zwischen 1300 und 1311 über Palma gebaut. Von 112 Metern liegt dir die Stadt vollständig zu Füßen: Hafen, Kathedrale, die halbe Bucht. Ringsum steht der größte Pinienwald der Stadt.
Die meisten kommen wegen der Aussicht — das Bemerkenswerte ist aber der Innenhof. Du trittst durch einen Gang und stehst plötzlich in einem vollkommen runden Raum aus zwei Geschossen: unten Rundbögen, oben schlanke gotische Spitzbögen, darüber nichts als Himmel. Es gibt keine Ecke und deshalb auch keine Richtung. Ich habe dort schon Leute dreimal im Kreis gehen sehen, ohne dass sie es merkten.
- Lage
- 112 Meter über Palma, Stadtbus bis zum Hügelfuß
- Besuch
- Dienstag bis Sonntag, montags geschlossen; Eintritt, Zeiten prüfen
- Gut geeignet für
- Architektur, Stadtblick und einen Spaziergang im Pinienwald
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2. Castell de Capdepera
Keine Burg im üblichen Sinn, sondern eine ummauerte Stadt, aus der die Bewohner ausgezogen sind. Bis ins 17. Jahrhundert lebten die Leute innerhalb dieser Mauern; danach zogen sie hinunter ins Tal und ließen die Anlage zurück. Geblieben sind der Turm Miquel Nunis, eine Kapelle von 1323 und begehbare Mauern.
Die meisten Besucher sind in zwanzig Minuten durch und haben das Wesentliche verpasst. Such stattdessen die alten Straßenverläufe, die Zisternen und die Reste der Häuser — und geh die Mauer einmal ganz herum. Bei klarer Luft reicht der Blick bis Menorca. Der Untergrund ist uneben: feste Schuhe sind hier sinnvoller als Sandalen.
- Lage
- 120 Meter über Capdepera, Aufstieg vom Ort oder kleiner Parkplatz
- Besuch
- In der Regel gegen Eintritt; Mauern begehbar, Untergrund uneben
- Gut geeignet für
- Familien mit größeren Kindern, Geschichte und Fernsicht
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3. Castell de Santueri
Eine Felsenburg auf 408 Metern über Felanitx, deren Mauern unmittelbar auf dem Abbruch stehen. Man sieht es sofort: Die Wehrmauern setzen dort an, wo die Felswand von selbst aufhört, und laufen über die Kante weiter, als wären sie gewachsen.
Hier gibt es keine Möblierung, keine Ausstellung und wenig Erklärung — nur Mauern, Wind und einen Blick, der bei klarer Luft von der Ostküste bis zur Bucht von Palma reicht. Im Hof geht der Blick in eine tiefe Zisterne. Ein Hinweis vorab: Die Burg ist in Privatbesitz und meist nur von Frühjahr bis Herbst geöffnet. Im Winter stehst du sonst vor verschlossenem Tor.
- Lage
- 408 Meter über Felanitx, kleiner Parkplatz am Ende der Zufahrt
- Besuch
- Privatbesitz, meist Frühjahr bis Herbst gegen Eintritt — vorher prüfen
- Gut geeignet für
- Fernsicht, Fotografie und alle, die Ruinen lieber roh mögen
Häufige Fragen zu Mallorcas Burgen
Welche Burg auf Mallorca lohnt sich am meisten?
Das Castell de Bellver über Palma, wenn du Architektur magst — der runde Innenhof ist einzigartig in Spanien. Das Castell de Capdepera, wenn du ausgedehnte Mauern abgehen und viel Fernsicht willst. Und das Castell de Santueri, wenn dir eine unrestaurierte Anlage lieber ist als ein Museum.
Kann man Mallorcas Burgen mit Kindern besuchen?
Bellver ist am einfachsten: Der Innenhof ist eben, der Pinienwald ringsum lädt zum Spielen ein. Capdepera ist für größere Kinder ein Erlebnis, weil man auf den Mauern gehen kann — der Untergrund ist aber uneben und die Mauerkrone schmal. Santueri verlangt Trittsicherheit.
Sind die Burgen mit Kinderwagen oder Rollstuhl erreichbar?
Nur eingeschränkt. In Bellver sind Hof und Erdgeschoss teilweise zugänglich, die oberen Ebenen und der Wehrgang nicht. Capdepera und Santueri haben unbefestigte Wege, Stufen und unebenen Fels und sind dafür nicht geeignet.
Was kostet der Eintritt in Mallorcas Burgen?
Für alle drei Anlagen wird in der Regel Eintritt erhoben. Die Preise und Öffnungszeiten ändern sich, bei Bellver zusätzlich zwischen Sommer- und Winterhalbjahr, bei Santueri saisonal. Prüfe sie deshalb vor der Fahrt — besonders bei Santueri, das im Winter meist geschlossen ist.
Gab es auf Mallorca noch mehr Burgen?
Ja. Neben Bellver und Santueri war das Castell d’Alaró die dritte der sogenannten Königsburgen. Von ihm stehen nur noch Reste auf dem Tafelberg über Alaró — erreichbar über einen Naturweg, der das letzte Stück ausschließlich zu Fuß zulässt. Der Aufstieg gehört zu den lohnendsten Wanderungen der Insel.
Drei Burgen, drei verschiedene Tage
Bellver passt in einen Nachmittag in Palma, Capdepera in einen Tag im Nordosten, Santueri in eine Fahrt durchs Hinterland von Felanitx. Man muss sie nicht alle sehen — aber wer alle drei kennt, hat drei sehr verschiedene Antworten darauf bekommen, was auf dieser Insel eine Burg war.
Alle Empfehlungen auf dieser Seite beruhen auf eigenen Besuchen. Die Texte und Fotografien stammen von Friedhelm Fischer, der Mallorca seit 2013 zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit der Kamera erkundet.
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