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Mallorca Atlas Die Insel erleben Merkliste
Die Kathedrale von Palma und der Palau de l’Almudaina über der Stadtmauer, davor das grüne Wasserbecken des Parc de la Mar.

Die 3 schönsten Kirchen Mallorcas

Eine weltberühmte Kathedrale — und zwei, an denen fast alle vorbeifahren.

3 Kirchen · von Palma über den Norden an die Ostküste

La Seu in Palma gehört zu den bedeutendsten gotischen Bauten Europas: 1230 begonnen, mit einer der größten Fensterrosetten der Welt und einem Baldachin von Antoni Gaudí über dem Altar.

Die beiden anderen Kirchen dieser Auswahl stehen allein zwischen Feldern und auf einem bewaldeten Hügel. Man kann sie nicht immer betreten — und trotzdem erzählen sie etwas über diese Insel, das man in Palma nicht erfährt.

Die drei Kirchen entdecken

Welche Kirche lohnt einen Umweg?

Mallorca hat in fast jedem Dorf eine Kirche, und viele davon sind sehenswert. Diese drei stehen hier, weil sie jeweils etwas anderes erzählen: eine Kathedrale von europäischem Rang, eine Landkirche aus der Zeit direkt nach der Eroberung von 1229 und eine Gutskirche, die es nur gibt, weil ein Landsitz sie sich leisten konnte.

Zwei davon kannst du nicht betreten — und das ist kein Mangel, sondern gehört zur Sache. Sant Miquel de Campanet ist meist verschlossen, die Església de Son Serra ist Privatbesitz. Beide wirken ohnehin von außen und aus der Landschaft heraus.

Bei jeder Kirche findest du Hinweise zu Lage, Öffnung und Zugang. Denn die Kathedrale hat feste Zeiten und einen Eintrittspreis, die anderen beiden haben schlicht keinen Zeitplan.

  1. 1. La Seu

    Die Kathedrale von Palma, 1230 begonnen und über Jahrhunderte weitergebaut: gotisches Strebewerk direkt über dem Wasser, eine der größten Fensterrosetten der Welt und im Inneren ein Baldachin von Antoni Gaudí. Das Rundfenster in der Apsis wurde 1370 gebaut und 1599 verglast – fast hundert Quadratmeter Glasfläche.

    Von außen wirkt La Seu am stärksten aus der Ferne: vom Parc de la Mar aus, wo sie sich im Wasserbecken spiegelt, oder vom Hafen her. Von innen lohnt sie an einem hellen Vormittag, wenn die Fenster den Sandstein einfärben. Komm direkt zur Öffnung — und wenn du kannst, abends noch einmal, wenn sie angestrahlt im Becken steht.

    Lage
    Am Parc de la Mar in Palma, viele EMT-Linien halten dort
    Besuch
    Eintritt; Schultern und Knie bedecken; Zeiten vor der Fahrt prüfen
    Gut geeignet für
    Gotik, Glasfenster und einen frühen Vormittag ohne Schlange

    La Seu entdecken

  2. 2. Sant Miquel de Campanet

    Eine der ältesten Kirchen der Insel — und sie steht draußen zwischen Feldern, nicht im Ort. Das ist kein Zufall, sondern der Beweis für ihr Alter: Als sie gebaut wurde, gab es Campanet in seiner heutigen Form noch nicht. Nach der Eroberung von 1229 errichteten die christlichen Siedler sie auf einer bestehenden Moschee.

    Jahrhundertelang versorgte Sant Miquel die ganze Gegend, auch das Nachbardorf Búger. Später wuchs der Ort woanders, und die Kirche blieb, wo sie war. Heute steht sie an der Straße zu den Höhlen von Campanet: eine schlichte Steinkiste mit offener Vorhalle und Zypressen davor. Zehn Minuten Aufenthalt für achthundert Jahre — kein schlechtes Verhältnis.

    Lage
    Allein zwischen Feldern vor Campanet, an der Straße zu den Höhlen
    Besuch
    Meist verschlossen; von außen frei zugänglich, Vorplatz eben
    Gut geeignet für
    Einen kurzen Halt unterwegs, auch mit Kinderwagen machbar

    Sant Miquel de Campanet entdecken

  3. 3. Església de Son Serra

    Wer die Küstenstraße zwischen Can Picafort und Colònia de Sant Pere fährt, sieht landeinwärts einen spitzen Turm über den Pinien stehen, der aussieht, als hätte ihn jemand aus einem mitteleuropäischen Dorf hierher versetzt.

    Es ist die neugotische Kirche des Guts Son Serra — sie gehört zu einem Landsitz und nicht zu einer Gemeinde. Deshalb steht sie allein auf ihrem Hügel, hinter einem schmiedeeisernen Tor mit Namensschild. Besichtigen kann man sie nicht. Aber sie erklärt etwas über diese Küste: Bevor hier Ferienhäuser standen, gab es Güter — und die Güter hatten alles, Felder, Arbeiter, und wenn es reichte, eine eigene Kirche.

    Lage
    Auf einem bewaldeten Hügel im Hinterland von Son Serra de Marina
    Besuch
    Privat, nicht zugänglich; zu sehen von der Straße und vom Tor
    Gut geeignet für
    Einen Halt auf der Küstenstraße und ein ungewöhnliches Foto

    Església de Son Serra entdecken

Häufige Fragen zu Mallorcas Kirchen

Was kostet der Eintritt in die Kathedrale von Palma?

Der Besuch von La Seu ist kostenpflichtig. Preise und Öffnungszeiten ändern sich regelmäßig, prüfe sie deshalb vor dem Besuch. Am ruhigsten ist es direkt zur Öffnung. Für den Innenraum sind Schultern und Knie zu bedecken.

Welche Kirche auf Mallorca sollte man außer der Kathedrale sehen?

Sant Miquel de Campanet, weil sie unmittelbar nach der Eroberung von 1229 auf einer Moschee errichtet wurde und allein zwischen Feldern steht. Wer ohnehin in der Gegend ist, verbindet den Halt mit den Höhlen von Campanet. Sehenswert sind außerdem die Jugendstilfassade von Sant Bartomeu in Sóller und Santa Maria dels Àngels an der Plaça Major von Pollença.

Kann man alle drei Kirchen betreten?

Nein. La Seu ist regulär zu besichtigen. Sant Miquel de Campanet ist meist verschlossen — wer hinein möchte, erkundigt sich in Campanet nach Gottesdiensten. Die Església de Son Serra gehört zu einem Landgut und ist nicht öffentlich zugänglich; man sieht sie von der Straße und vom Tor aus.

Wann ist die beste Tageszeit für einen Kirchenbesuch?

Für La Seu ein heller Vormittag, wenn das Licht durch die Glasfenster den Sandstein einfärbt, und zusätzlich der Abend von außen, wenn die Kathedrale angestrahlt im Wasserbecken steht. Bei Sant Miquel und Son Serra lohnt der späte Nachmittag, wenn der Stein warm zurückstrahlt.

Ist die Kathedrale von Palma barrierefrei?

Weitgehend ja. Der Innenraum hat einen ebenen Steinboden, am Eingang sind einzelne Stufen zu überwinden. Mit Kinderwagen ist der Besuch innen unproblematisch, am Eingang braucht es unter Umständen kurz Hilfe.

Drei Kirchen, drei Arten von Mallorca

La Seu zeigt die Insel als Teil des gotischen Europas, Sant Miquel die Zeit unmittelbar nach der Eroberung und Son Serra die Welt der großen Güter. Drei Bauten, achthundert Jahre — und zwei davon siehst du von der Straße aus.

Alle Empfehlungen auf dieser Seite beruhen auf eigenen Besuchen. Die Texte und Fotografien stammen von , der Mallorca seit 2013 zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit der Kamera erkundet.

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