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Mallorca Atlas Die Insel erleben Merkliste
Der Dorfhügel von Deià mit dicht gestaffelten Steinhäusern, Palmen und Zypressen unter blauem Himmel.

Die 9 schönsten Bergdörfer Mallorcas

Steinhäuser, Terrassenfelder und Gassen, die eigentlich Treppen sind.

9 Bergdörfer · von Südwesten nach Nordosten durch die Serra de Tramuntana

Mallorca ist nicht nur Küste. Eine Viertelstunde hinter dem Strand beginnt die Serra de Tramuntana, und dort liegen Dörfer, deren Häuser aus dem Stein gebaut sind, auf dem sie stehen — mit Gassen, die keine Autos vertragen, und Terrassenfeldern, an denen seit tausend Jahren gearbeitet wird.

Diese neun Bergdörfer besuche ich immer wieder. Du erfährst hier, wann du am besten kommst, wie steil es im Ort zugeht und was du außer dem Gang durch die Gassen noch erwartet.

Die schönsten Bergdörfer entdecken

Welches Bergdorf lohnt den Weg?

Die Serra de Tramuntana zieht sich über hundert Kilometer von Andratx bis zum Cap de Formentor, und in ihren Tälern und an ihren Hängen liegen Dörfer, die sehr unterschiedlich sind. Manche haben zweitausend Einwohner und eine Busanbindung, andere vierzig Einwohner und keinen Laden. In einigen findest du mittags kaum einen Parkplatz, in anderen kaum einen Menschen.

Für diese Auswahl bin ich der Bergkette von Galilea im Südwesten bis Caimari im Nordosten gefolgt. Es sind nicht die neun bekanntesten Dörfer der Insel, sondern die, in denen ich am liebsten einen Vormittag verbringe.

Bei jedem Dorf findest du ehrliche Hinweise zu Höhe, Wegen im Ort und dazu, wofür sich ein Besuch besonders lohnt. Denn viele dieser Gassen sind in Wahrheit Treppen — das solltest du wissen, bevor du mit Kinderwagen oder empfindlichen Knien losfährst.

  1. 1. Galilea

    Vierhundertsechzig Meter über dem Meer, zweihundert Einwohner, eine weiße Kirche mit rotem Turmdach und ein Café am Platz. Mehr ist Galilea nicht – und mehr braucht es auch nicht.

    Der Grund herzukommen ist die Terrasse neben der Kirche. Von dort fällt das Land in Terrassen und Kiefernwald ab, dahinter liegt die Ebene, und bei klarer Luft siehst du bis zur Bucht von Palma. Du bestellst einen Kaffee, sitzt vierzig Minuten und fährst weiter. Prüfe vorher, ob die Luft klar ist — davon hängt hier alles ab.

    Höhe
    460 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Gepflasterte Gassen, deutlich ansteigend
    Gut geeignet für
    Einen Kaffee mit einer der weitesten Aussichten des Südwestens

    Galilea entdecken

  2. 2. Estellencs

    Vierhundert Einwohner an einem Steilhang der Westküste. Zwischen den Häusern verlaufen Treppen statt Straßen, und alles, was flach ist, wurde von Hand terrassiert. Die Mauern ringsum sind Jahrhunderte alter Trockenbau.

    Die Kirche hat einen Turm, der nach Verteidigung aussieht — weil er es war: Von hier sah man die Korsaren kommen. Wer auf der Ma-10 durchfährt, hat den Ort in vier Minuten hinter sich. Steig aus und geh eine halbe Stunde durch die Gassen. Dann verstehst du, warum diese Küste zum UNESCO-Welterbe zählt.

    Höhe
    250 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Gepflasterte Gassen und Treppen, durchgehend ansteigend
    Gut geeignet für
    Einen Zwischenstopp auf der Küstenstraße, mit Bucht als Zugabe

    Estellencs entdecken

  3. 3. Banyalbufar

    Rund zweitausend Trockenmauer-Terrassen fallen vom Ort bis ans Wasser. Die Mauren haben sie für den Weinbau angelegt, und seither wird daran gebaut. Banyalbufar sieht noch aus wie das, was es ist: Landwirtschaft am Abgrund.

    Im Februar können die Mandelbäume auf den unteren Terrassen blühen; der genaue Zeitpunkt hängt vom Winter ab. Von der Volta des General an der Ma-10 führt der Camí de Baix zum Port des Canonge. Die Gemeinde nennt für die 4,4 Kilometer circa eine Stunde und 25 Minuten. Denk daran, dass der Rückweg wieder bergauf führt. Zwei Kilometer westlich liegt der Torre des Verger, einer der schönsten Punkte der Westküste für den Sonnenuntergang.

    Höhe
    100 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Enge Gassen und Treppen zwischen den Terrassen
    Gut geeignet für
    Wanderer und alle, die Terrassenlandschaft sehen wollen

    Banyalbufar entdecken

  4. 4. Valldemossa

    Das bekannteste Bergdorf der Insel — berühmt für einen Winter, in dem es vor allem geregnet hat. Chopin und George Sand wohnten 1838/39 in der aufgelösten Kartause. Seither kommt die halbe Insel hierher.

    Zwischen zehn und siebzehn Uhr gehört die Carrer de la Rectoria den Reisegruppen. Komm um acht: Dann holt die Bäckerei die Coca de Patata aus dem Ofen, oben steht noch kein Bus, und Valldemossa ist genau das schöne Dorf, als das es verkauft wird. Der Blick vom Friedhof über das Tal gehört zu den besten der Insel — und fast niemand sucht ihn.

    Höhe
    400 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Kopfsteinpflaster und Treppengassen, durchgehend ansteigend
    Gut geeignet für
    Einen frühen Vormittag mit Kartause, Kaffee und Talblick

    Valldemossa entdecken

  5. 5. Deià

    Ockerfarbene Häuser an der Flanke des Teix, seit den 1930er-Jahren Künstlerkolonie. Der Dichter Robert Graves liegt auf dem Friedhof über der Kirche, von dem aus du über das Tal bis ans Meer siehst.

    Deià ist unbestreitbar schön und weiß das seit neunzig Jahren. Am meisten hast du davon, wenn du nicht nur durch das Dorf gehst: Zur Cala de Deià führt ein Fußweg von etwa 25 Minuten hinunter, bergauf zurück dauert er 40. Und der Küstenweg nach Sóller ist einer der schönsten Wandertage, die diese Insel zu bieten hat.

    Höhe
    200 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Gepflasterte Gassen am Hang, zur Cala ein Fußweg
    Gut geeignet für
    Wanderer, Badegäste und einen langen Nachmittag

    Deià entdecken

  6. 6. Fornalutx

    Das steilste Dorf Mallorcas, gebaut aus dem Fels, auf dem es steht. Treppengassen statt Straßen, bemalte Dachziegel unter den Traufen und Terrassen, die bis unter die Nordwand des Puig Major reichen.

    Fornalutx gilt als eines der schönsten Dörfer Spaniens, und hier stimmt der Titel: Das Dorf ist schlicht zu steil, um umgebaut zu werden. Komm im Januar, wenn der Puig Major Schnee trägt und gleichzeitig die Orangen reif sind — ein Bild, das kaum jemand mit Mallorca verbindet. Parke am besten in Sóller und geh über Biniaraix herauf.

    Höhe
    180 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Treppengassen und Kopfsteinpflaster, durchgehend steil
    Gut geeignet für
    Fotografen, Wanderer und den Winterbesuch

    Fornalutx entdecken

  7. 7. Orient

    Vierzig Einwohner in einem Hochtal der Tramuntana, erreichbar über eine Straße mit siebzehn Kehren. Zwei Dutzend Häuser aus Bruchstein, Efeu über den Fassaden, ein Kirchlein, zwei Lokale. Läden gibt es keine.

    Die Straße von Bunyola herauf windet sich durch Steineichenwald, und wer sie zum ersten Mal fährt, ist überrascht, dass am Ende überhaupt etwas kommt. Ringsum steigen die Hänge auf, über denen das Castell d’Alaró sitzt — hier beginnen einige der schönsten Wanderwege der Insel. Zwanzig Minuten, und du hast das Dorf gesehen. Mitnehmen wirst du trotzdem etwas.

    Höhe
    460 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Gepflasterte Gassen mit Stufen, teils ansteigend
    Gut geeignet für
    Wanderer und alle, die wirkliche Stille suchen

    Orient entdecken

  8. 8. Alaró

    Ein Dorf am Fuß der Tramuntana, über dem ein Tafelberg mit senkrechten Felswänden steht. Dort oben lag eine der drei Königsburgen Mallorcas. Unten gibt es einen Platz mit Kirche, an dem morgens die halbe Gemeinde sitzt.

    Alaró ist nicht für Besucher gemacht, und genau das macht den Reiz aus: kein Hafen, keine Aussichtsterrasse, keine Souvenirstraße. Wer nur den Ort ansieht, hat einen ruhigen Vormittag. Wer zur Burg hinaufgeht, hat einen Tag, an den er sich erinnert — das letzte Stück geht ohnehin nur zu Fuß.

    Höhe
    230 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Kopfsteinpflaster mit Steigungen, zur Burg ein Naturweg
    Gut geeignet für
    Einen Vormittag im Dorf und eine Bergwanderung am Nachmittag

    Alaró entdecken

  9. 9. Caimari

    Achthundert Einwohner am Fuß der Tramuntana, Gassen aus rohem Bruchstein, Olivenhaine ringsum. Der Stein ist hier nicht bearbeitet worden: unregelmäßig, in allen Grautönen, an manchen Häusern bis unters Dach ungeputzt.

    Hinter dem Ort ziehen sich die Oliventerrassen den Hang hinauf, seit Jahrhunderten bewirtschaftet — im November riecht das ganze Dorf nach frisch gepresstem Öl. Am Ortsrand beginnt der Camí Vell de Lluc, der alte Pilgerweg nach Lluc: überwiegend gepflastert, hergerichtet und als Etappe des Fernwanderwegs GR 222 markiert.

    Höhe
    190 Meter über dem Meer
    Wege im Ort
    Gepflasterte Gassen, deutlich ansteigend
    Gut geeignet für
    Wanderer auf dem Pilgerweg und den Olivenherbst im November

    Caimari entdecken

Häufige Fragen zu Mallorcas Bergdörfern

Welches ist das schönste Bergdorf Mallorcas?

Fornalutx wird am häufigsten genannt und ist tatsächlich das eindrucksvollste — steil, geschlossen und kaum verändert. Wer es stiller mag, fährt nach Orient mit seinen vierzig Einwohnern. Für die weiteste Aussicht steht Galilea, für die Terrassenlandschaft Banyalbufar. Alle neun Dörfer auf dieser Seite stehen hier, weil ich seit 2013 immer wieder hinfahre.

Wie komme ich ohne Auto in Mallorcas Bergdörfer?

Nach Valldemossa fährt die Linie 203 ab Palma etwa stündlich und weiter über Deià nach Sóller. Banyalbufar und Estellencs bedient die Linie L200 ab Palma, die Fahrt selbst ist bereits die Attraktion. Nach Fornalutx fährt ein Kleinbus ab Sóller, nach Caimari vereinzelt ein Bus ab Inca. Galilea und Orient erreichst du praktisch nur mit dem Auto.

Wann ist die beste Zeit für die Serra de Tramuntana?

Februar und März, wenn die Mandelblüte durch die Terrassen zieht, sowie Oktober und November. Im Hochsommer ist es in den Dörfern heiß und die Parkplätze sind knapp. Im Januar kann der Puig Major Schnee tragen, während unten in Fornalutx die Orangen reif sind.

Sind die Bergdörfer mit Kinderwagen oder Rollstuhl machbar?

Nur eingeschränkt. Estellencs, Fornalutx und Orient haben Treppengassen und sind dafür nicht geeignet. In Valldemossa und Alaró ist der Bereich um die Hauptstraße und den Platz machbar, die Gassen dahinter nicht. In Galilea lässt sich wenigstens der Platz mit der Aussichtsterrasse gut erreichen.

Wo kann ich in den Bergdörfern parken?

Valldemossa hat zwei kostenpflichtige Parkplätze am Ortseingang, die im Sommer ab zehn Uhr voll sind. In Deià, Fornalutx und Estellencs ist der Platz sehr knapp — in Sóller parken und zu Fuß oder mit dem Bus weiter ist dort oft die bessere Lösung. In Alaró und Caimari findest du am Ortsrand meist problemlos etwas.

Such dir dein Dorf für einen Tag aus

Vielleicht sind es die Treppengassen von Fornalutx, vielleicht die Terrassen von Banyalbufar, vielleicht der Kaffee auf der Terrasse von Galilea mit Blick bis zur Bucht von Palma. Ein Bergdorf braucht keinen ganzen Tag — aber es verändert den, an dem du es besuchst.

Alle Empfehlungen auf dieser Seite beruhen auf eigenen Besuchen. Die Texte und Fotografien stammen von , der Mallorca seit 2013 zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit der Kamera erkundet.

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