Die 6 schönsten Klöster Mallorcas
Stille Orte an außergewöhnlichen Plätzen, oft mit dem weitesten Blick.
Mallorcas Klöster stehen fast immer dort, wo die Aussicht am größten ist: auf einem Felssporn über der Ebene, auf einer Halbinsel über der Bucht, mitten im Gebirge. Das war keine Frage der Schönheit, sondern der Sicherheit — heute ist es der Grund, warum sich der Weg hinauf lohnt.
Diese sechs besuche ich immer wieder. In vieren von ihnen kannst du übernachten, und genau das ist mein wichtigster Tipp: Nach dem letzten Auto wird es dort oben still auf eine Art, die Tagesgäste nie erleben.
Warum lohnt ein Kloster im Urlaub?
Weil es auf Mallorca kaum einen anderen Ort gibt, an dem Aussicht, Geschichte und Ruhe so dicht beieinanderliegen. Die Wallfahrtskirchen und Einsiedeleien der Insel stehen fast alle auf Bergen, Felsspornen und Halbinseln — ursprünglich aus Sicherheitsgründen, heute zur Freude aller, die den Weg hinauf machen.
Für diese Auswahl bin ich von der Westküste über den Norden und Osten bis in die Inselmitte gefahren. Vier der sechs Häuser vermieten Zimmer, alle sechs haben einen Blick, für den sich die Anfahrt lohnt, und in keinem davon geht es um Komfort.
Bei jedem Kloster findest du Hinweise zu Lage, Zugang und Öffnung. Denn eine verschlossene Kirchentür nach einer Stunde Bergstraße ist ärgerlich — und bei mehreren dieser Häuser durchaus möglich.
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1. Monestir de Miramar
An der Küstenstraße zwischen Valldemossa und Deià liegt ein unauffälliges Gut hinter Bäumen — und an dieser Stelle sind zwei Dinge passiert, die weit über die Insel hinausreichen. 1276 richtete Ramon Llull hier eine Schule ein, in der Franziskaner Arabisch lernen sollten: ein früher Versuch, dem Nachbarn in seiner eigenen Sprache zu begegnen.
Sechshundert Jahre später kaufte Erzherzog Ludwig Salvator das Anwesen, ließ das Oratorium wiederherstellen und begann, Grundstück um Grundstück die Steilküste aufzukaufen, damit sie unbebaut blieb. Dass diese Küste heute UNESCO-Welterbe ist, hat viel mit dieser Entscheidung zu tun. Zu sehen gibt es alte Ölpressen, einen Hanggarten und eine Mauer hoch über dem Meer.
- Lage
- 350 Meter über dem Meer, an der Ma-10 zwischen Valldemossa und Deià
- Besuch
- Meist Montag bis Samstag vormittags, kleiner Eintritt — Zeiten prüfen
- Gut geeignet für
- Geschichte, Gartenfreunde und einen Halt auf der Küstenstraße
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2. Santuari de Lluc
Das geistliche Zentrum Mallorcas: eine Klosteranlage auf 525 Metern mitten in der Tramuntana, seit dem 13. Jahrhundert Wallfahrtsort. Es gibt einen Knabenchor, der Els Blauets heißt und morgens singt, und einen Rosenkranzweg den Hang hinauf, an dessen Gestaltung Antoni Gaudí beteiligt war.
Die meisten kommen als Tagesgäste: aussteigen, Kirche ansehen, Kaffee trinken, weiterfahren. Bleib eine Nacht in den ehemaligen Pilgerzellen. Nach dem letzten Bus wird es still, die Fassade steht angestrahlt im Hof, und ringsum sind nichts als Berge. Das ist die lohnendste Übernachtung der Insel.
- Lage
- 525 Meter über dem Meer, mitten in der Serra de Tramuntana
- Besuch
- Gelände frei zugänglich, Zimmer in den Pilgerzellen zu mieten
- Gut geeignet für
- Eine Übernachtung, Wanderer und Familien mit Kindern
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3. Ermita de la Victòria
Eine Wallfahrtskirche auf der Halbinsel Victòria, sieben Kilometer nordöstlich von Alcúdia. Die Straße endet an einem Vorplatz unter hohen Kiefern — und von dort siehst du über die ganze Bucht von Pollença bis zum Cap de Formentor. Der Ort ist seit 1403 belegt, und man sieht der Kirche die Wehrhaftigkeit bis heute an.
Komm eine Stunde vor Sonnenuntergang: Dann hast du das Licht im Rücken und die Insel vor dir. Mittags im August findest du dagegen einen vollen Parkplatz und womöglich eine geschlossene Tür — das Kircheninnere ist nicht durchgehend zugänglich, der Vorplatz mit dem Ausblick dagegen immer.
- Lage
- 150 Meter über der Bucht von Pollença, sieben Kilometer ab Alcúdia
- Besuch
- Vorplatz frei zugänglich, Kirche nicht durchgehend geöffnet
- Gut geeignet für
- Den Abend vor Sonnenuntergang und Wanderungen auf der Halbinsel
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4. Ermita de Betlem
Ein Einsiedlerkloster von 1805 im Massís d’Artà, neun Kilometer über eine schmale Bergstraße mit einer Kehre nach der anderen. Bis 2010 lebten hier Mönche, heute ist es still zwischen den Zypressen.
Bei Betlem ist der Weg wichtiger als das Ziel. Man fährt nicht hierher, um etwas anzusehen, sondern um für eine halbe Stunde nichts zu hören. Wer lieber geht, nimmt den GR 222 hinauf — stellenweise ist er nur dreißig Zentimeter breit. Oben gibt es keine Versorgung, bring Wasser mit.
- Lage
- 280 Meter im Massís d’Artà, neun Kilometer Bergstraße ab Artà
- Besuch
- Frei zugänglich, keine Versorgung — Wasser mitbringen
- Gut geeignet für
- Wanderer, Rennradfahrer und eine halbe Stunde vollkommene Ruhe
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5. Santuari de Sant Salvador
Auf 509 Metern über Felanitx, am Südende der Serra de Llevant, steht seit 1348 eine Wallfahrtskirche. Neben ihr ein steinernes Kreuz auf einer Aussichtsplattform, von der der Blick bei klarer Luft über den halben Osten der Insel reicht.
Hier oben passiert erst nach halb sechs etwas. Wenn die letzten Autos weg sind, bleiben die paar Leute übrig, die im Kloster ein Zimmer genommen haben, und der Platz vor der Kirche wird still. Die Zimmer in den früheren Mönchszellen sind einfach und günstig, das Lokal hat offen — und morgens steht man mit der Sonne auf, weil es nichts gibt, was einen davon abhielte.
- Lage
- 509 Meter über Felanitx, enge Serpentinenstraße hinauf
- Besuch
- Gelände frei zugänglich, Gästezimmer und Lokal vorhanden
- Gut geeignet für
- Sonnenuntergang, Übernachtung und den weiten Blick nach Osten
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6. Santuari de Cura
Ein Klostergut auf dem höchsten Punkt des Pla, 548 Meter über der Ebene. Ramon Llull zog sich hier im 13. Jahrhundert zurück. Heute gibt es einen Kreuzgang mit Palmen, ein kleines Museum, ein Lokal mit Terrasse — und den weitesten Blick der Insel.
Der Puig de Randa ist der einzige nennenswerte Berg im Pla und steht vollkommen allein. Deshalb siehst du von hier oben nicht die nächste Bergflanke, sondern das halbe Land: Dörfer in Sichtweite voneinander, dazwischen Felder, an beiden Rändern Wasser. Es ist der Ort, an dem Mallorca als Ganzes begreifbar wird.
- Lage
- 548 Meter auf dem Puig de Randa, mitten im Pla de Mallorca
- Besuch
- Gelände, Kreuzgang und Kirche frei zugänglich; Lokal und Zimmer
- Gut geeignet für
- Die weiteste Aussicht der Insel, auch mit Kinderwagen machbar
Häufige Fragen zu Mallorcas Klöstern
Kann man auf Mallorca in einem Kloster übernachten?
Ja. In Lluc werden Zimmer in den ehemaligen Pilgerzellen vermietet, in Sant Salvador über Felanitx und in Cura auf dem Puig de Randa sind die früheren Mönchszellen zu einfachen Gästezimmern hergerichtet. Auch am Puig de Maria über Pollença gibt es eine Herberge. Die Zimmer sind schlicht und günstig — Komfort ist nicht der Grund, warum man dort schläft.
Welches Kloster auf Mallorca hat die schönste Aussicht?
Der Santuari de Cura auf dem Puig de Randa: Weil der Berg allein in der Ebene steht, siehst du von dort das halbe Land statt der nächsten Bergflanke. Für den Blick aufs Meer steht die Ermita de la Victòria über der Bucht von Pollença, für die Ebene im Osten Sant Salvador über Felanitx.
Kostet der Besuch der Klöster Eintritt?
Meist nicht. Die Gelände von Lluc, Sant Salvador, Cura, Betlem und der Ermita de la Victòria sind frei zugänglich. Nur im Monestir de Miramar wird ein kleiner Eintritt erhoben; dort wechseln auch die Öffnungszeiten häufig, ein Blick vor der Fahrt lohnt sich.
Sind Mallorcas Klöster mit Kinderwagen oder Rollstuhl erreichbar?
Cura ist am besten geeignet: Höfe und Galerie sind weitgehend befahrbar, nur einzelne Stufen stehen im Weg. In Lluc und Sant Salvador sind Höfe und Kirche gut erreichbar, die Hangwege und der Rosenkranzweg nicht. Die Ermita de Betlem und der Hanggarten von Miramar sind dafür nicht gemacht.
Wann sollte man ein Kloster auf Mallorca besuchen?
Am späten Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang. Dann sind die Busse weg, das Licht ist weich, und bei den Häusern mit Gästezimmern beginnt der Teil des Tages, den Tagesgäste nie sehen. Im Hochsommer sind die Parkplätze oben ab dem späten Vormittag voll.
Bleib eine Nacht länger
Ein Kloster in einer halben Stunde anzusehen ist möglich — aber es ist nicht der Grund, warum diese Häuser an solchen Plätzen stehen. Wer einmal oben übernachtet hat, versteht den Unterschied zwischen einem Ausflugsziel und einem Ort, an dem seit siebenhundert Jahren Stille gesucht wird.
Alle Empfehlungen auf dieser Seite beruhen auf eigenen Besuchen. Die Texte und Fotografien stammen von Friedhelm Fischer, der Mallorca seit 2013 zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit der Kamera erkundet.
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