Atlas / Llevant
Colònia de Sant Pere
1880 gegründet, seither kaum gewachsen: ein kleiner Hafen, ein kurzer Strand, eine Handvoll Lokale an einer Promenade — und im Rücken die Berge von Artà. Der stille Gegenentwurf zu Can Picafort, zehn Kilometer weiter am selben Wasser.
Colònia de Sant Pere
Colònia de Sant Pere in 30 Sekunden
Das Wichtigste auf einen Blick
- Lohnt für
- Einen längeren Aufenthalt
- Passt zu
- Wer Ruhe sucht und sie auch im August findet
- Beste Monate
- März–Juli, September–Oktober
- Zeitbedarf
- Als Ausflug zwei Stunden, als Ruheurlaub eine Woche
- Mit Kindern
- Sehr gut — flach, überschaubar, ohne Betrieb
- Ohne Mietwagen
- Mietwagen empfohlen
- Parken
- Kostenlos an der Promenade und in den Seitenstraßen, auch im Sommer meist frei
- Badeeinstieg
- Flach und ruhig, durch Molen geschützt
- Eher nichts für
- Wer abends etwas erleben will — hier gibt es nichts davon
- Zugänglichkeit
- Kinderwagen: Auf der Promenade uneingeschränkt · Rollstuhl: Promenade befahrbar, Zugang zum Sand eingeschränkt
Mallorca fühlen. Besser entscheiden.
Colònia de Sant Pere kennenlernen
Passt Colònia de Sant Pere zu deinen Plänen?
Was dich hier erwartet — und was du für deinen Besuch wissen solltest.
Für wen es gut passt
- Wer Ruhe sucht und sie auch im August findet
- Wanderer — von hier führen die Wege in die Berge von Artà und zur Ermita de Betlem
- Wer eine Woche lang nichts vorhat außer Wasser, Lesen und Spazieren
- Wer mallorquinisches Ferienleben sehen will statt internationales
Für wen es weniger passt
- Wer abends etwas erleben will — hier gibt es nichts davon
- Wer einen langen, breiten Strand braucht
- Wer ohne Auto anreist und Ausflüge plant
- Familien, die Animation und Wassersport erwarten
Fahrzeit ab Flughafen
60 Min.
65 km
Busverbindung
Linie 421
Region
Llevant
Nächster Strand
Son Serra de Marina
5 km
Höhe
5 m
über NN
Saisonkompass — wann Colònia de Sant Pere lohnt
Oktober lohnt
ruhig alles offen
Lohnt in März, April, Mai, Juni, Juli, September und Oktober.
Wo das liegt
Lage von Colònia de Sant Pere
- Region
- Llevant
- Gemeinde
- Artà
- Höhe
- 5 m über NN
- Flughafen
- 65 km , rund 60 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
- Koordinaten
- 39.7369,3.2786
Zehn Kilometer und eine andere Welt
Colònia de Sant Pere liegt am östlichen Ende der Bucht von Alcúdia, dort wo die Küste vor den Bergen von Artà endet. Von hier sieht man über das Wasser nach Can Picafort und weiter bis zur Halbinsel Victòria. Es sind zehn Kilometer Luftlinie zum nächsten Ferienort, und die beiden Orte könnten unterschiedlicher kaum sein.
1880 gegründet, und seither kaum gewachsen. Ein kleiner Hafen im Süden, ein kurzer Strand im Norden, dazwischen eine Promenade mit einer Handvoll Lokale. Das ist der ganze Ort, und wer hier eine Woche verbringt, hat ihn am zweiten Tag verstanden.
Was man hier findet
Ruhe, in einem Maß, das an dieser Küste ungewöhnlich ist. Der Strand ist kurz, durch zwei Steinmolen geschützt und flach — gut für Kinder, ohne Liegenreihen, ohne Wassersportstation. Am Hafen liegen zwischen ein paar Yachten vor allem kleine Boote von Einheimischen, und auf dem Werftplatz steht meist ein Rumpf auf Böcken.
An der Uferpromenade sitzt eine große weiße Steinfigur und schaut über die Bucht — was ungefähr das ist, was man hier selbst tut.
Nach Norden hin geht der Sand in Felsplatten über. Dort steht ein alter Bunker, dort sitzen Möwen, und dort hat man die ganze Nordküste vor sich, ohne dass jemand danebensteht. Das ist der beste Platz des Orts, und er ist kostenlos.

Die Kirche
Die Església de Sant Pere von 1951 ist dem Schutzheiligen der Fischer geweiht und ersetzte die alte Pfarrkirche aus den Anfangsjahren. Sie steht auf einem kleinen Platz, und man sieht sie kaum, weil hohe Tamarisken davorstehen — die hier älter sind als die meisten Häuser ringsum. Am Glockenturm hängt eine Tafel zum ersten Jahrhundert des Orts, 1880 bis 1980.
Ende Juni ist Sant Pere, und dann wird die Figur des Heiligen auf ein geschmücktes Boot gesetzt und über das Wasser gefahren. Es ist ein kleines Fest, kein Spektakel — und genau deshalb sehenswert.

Der Weg in die Berge
Direkt hinter dem Ort steigt das Gelände an, und von hier führt der lohnendste Weg der Gegend hinauf zur Ermita de Betlem, einer Einsiedelei in den Bergen von Artà. Der Aufstieg ist stetig und streckenweise ohne Schatten, oben liegt die ganze Bucht von Alcúdia unter einem.
April und Mai sind dafür die beste Zeit. Im Hochsommer sollte man früh starten oder es lassen.

Für wen der Ort nichts ist
Das gehört auf diese Seite, weil es die häufigste Fehlbuchung dieser Küste ist. Hier gibt es kein Nachtleben, keine Hotelzeile, kein Wassersportangebot und keinen Direktbus in die übrige Bucht. Wer abends etwas erleben will, sitzt am dritten Tag frustriert auf der Promenade.
Und im August ist der Ort voll — allerdings mit Mallorquinern. Colònia de Sant Pere ist eine klassische Sommerfrische für Familien von der Insel; dann sind die Häuser belegt und der kleine Strand besetzt. Es bleibt ruhiger als alles andere an dieser Bucht, aber die Leere des Frühjahrs hat man nicht mehr.
Wer im April oder Oktober kommt, hat den Ort so, wie er gemeint ist.

Ansichten
Colònia de Sant Pere auf Mallorca
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Colònia de Sant Pere tut
Drei Stunden
Vom Hafen im Süden die Promenade entlang bis zum Strand im Norden, zurück über die Kirche. Danach ein Kaffee — mehr braucht der Ort nicht.
Ein halber Tag
Vormittags Strand, mittags hinauf nach Artà: Sant Salvador, Gassen, Markt. Nachmittags zurück ans Wasser.
Ein ganzer Tag
Die Wanderung zur Ermita de Betlem, der Einsiedelei in den Bergen über dem Ort. Sie beginnt am Ortsrand, geht stetig bergauf und belohnt mit Blick über die ganze Bucht.
Bei Regen
Nicht hier. Artà oder Alcúdia sind eine halbe Stunde entfernt und haben Museen.
Der Strand im Steckbrief
- Untergrund
- Feiner heller Sand, seitlich Felsplatten
- Einstieg
- Flach und ruhig, durch Molen geschützt
- Länge
- Kurz — ein paar hundert Meter am nördlichen Ortsrand
- Schatten
- Tamarisken und Kiefern an der Uferkante
- Wind
- Meist geschützt; bei Nordwind läuft Welle in die Bucht
- Mit Kindern
- Sehr gut — flach, überschaubar, ohne Betrieb
- Vor Ort
- Wenige Liegen, kaum Vermietung · Rettungsschwimmer nur in der Hochsaison · Ein paar Lokale an der Promenade
Praktisch
- Parken
- Kostenlos an der Promenade und in den Seitenstraßen, auch im Sommer meist frei
- Öffentlich
- Linie 421 nach Artà
- Zeitbedarf
- Als Ausflug zwei Stunden, als Ruheurlaub eine Woche
- Hinweis
- Was hier fehlt, fehlt absichtlich. Es gibt keine Hotelzeile, keine Promenade mit Läden und kein Abendprogramm. Wer das sucht, ist zehn Kilometer weiter in Can Picafort besser aufgehoben — und wer davor flieht, hier.
- Bus
- Linie 421 verbindet den Ort mit Artà, dort Anschluss Richtung Manacor, Cala Rajada und Palma. Eine Direktverbindung an die übrige Bucht von Alcúdia gibt es nicht.
- Versorgung
- Supermarkt: Ein kleiner Laden am Hafen, gut sortiert; größere Märkte in Artà · Apotheke: In Artà · Arzt: In Artà · Geldautomat: Vereinzelt im Ort · Tankstelle: In Artà
- Zugänglichkeit
- Promenade gepflastert und eben · Kinderwagen: Auf der Promenade uneingeschränkt · Rollstuhl: Promenade befahrbar, Zugang zum Sand eingeschränkt · Hunde: Am Ortsstrand in der Saison nicht erlaubt
- Gibt es nicht
- Nachtleben · Hotelzeile · Wassersportangebot · Direktbus in die übrige Bucht von Alcúdia
- Koordinaten
- 39.7369,3.2786 Google Maps Apple Karten
Was in Reichweite liegt
Sehenswürdigkeiten
In der Umgebung
Ein Einsiedlerkloster von 1805 im Massís d'Artà, neun Kilometer über einer schmalen Bergstraße. Bis 2010 lebten …
schmale Bergstraße, letztes Stück zu Fuß
Keine Kirche mit Aussicht, sondern eine Festung mit Kirche darin: Auf dem Burgberg über Artà steht eine Wehrmauer …
Ein Gräberfeld aus der Talayotzeit, unmittelbar am Wasser zwischen Can Picafort und Son Serra de Marina: rund 110 …
Eine kleine neugotische Kirche auf einem bewaldeten Hügel im Hinterland von Son Serra de Marina — ein spitzer Turm …
Keine Burg, sondern eine ummauerte Stadt, aus der die Bewohner ausgezogen sind: Über Capdepera liegt eine der …
Ein Wachturm von 1566 auf dem Gipfel über Cala Agulla und Cala Mesquida, heute nur noch Ruine. Der Weg hinauf …
Eine Tropfsteinhöhle, die sich mit einem 25 Meter hohen Portal direkt über dem Meer öffnet — der spektakulärste …
Wallfahrtskirche auf der Halbinsel Victòria, sieben Kilometer nordöstlich von Alcúdia. Die Straße endet hier oben …
Entfernungen ohne Zeitangabe sind Luftlinie. Auf Mallorca kann die Fahrzeit deutlich darüber liegen — wo mir das bekannt ist, steht sie dabei.
Wenn es hier nicht passt
Strände und Bademöglichkeiten im Umfeld
Ein Ort wie auf dem Reißbrett: Schachbrettstraßen, keine Hotels, höchstens zwei Stockwerke. Davor ein …
Aus einem Fischerdorf von 1860 wurde eine reine Touristenhochburg — und der Ort macht kein Geheimnis daraus. Dafür …
Von hier aus
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Colònia de Sant Pere
Ist Colònia de Sant Pere zu ruhig für einen Urlaub?
Für viele ja, und das sollte man vorher wissen. Es gibt hier keine Hotelzeile, keine Promenade mit Läden, kein Abendprogramm und kaum Wassersport. Wer eine Woche lang nichts vorhat außer Wasser, Lesen und Spazieren, findet einen der angenehmsten Orte der Insel. Wer abends etwas erleben will, fährt nach Can Picafort — zehn Kilometer am selben Wasser, und eine ganz andere Welt.
Wie kommt man nach Colònia de Sant Pere?
Am besten mit dem Auto. Die einzige Buslinie ist die 421 nach Artà, von dort gibt es Anschlüsse Richtung Manacor und Palma. Eine direkte Verbindung an die übrige Bucht von Alcúdia existiert nicht, obwohl man dorthin sieht — das ist typisch für das sternförmige Busnetz der Insel.
Was kann man von Colònia de Sant Pere aus wandern?
Der lohnendste Weg führt hinauf zur Ermita de Betlem, einer Einsiedelei in den Bergen von Artà über dem Ort. Der Aufstieg ist stetig, teilweise ohne Schatten, und der Blick von oben geht über die ganze Bucht von Alcúdia. April und Mai sind die beste Zeit dafür, im Hochsommer sollte man früh starten.
Lohnt sich der Strand von Colònia de Sant Pere?
Für einen ruhigen Badetag ja. Er ist kurz, ein paar hundert Meter am nördlichen Ortsrand, durch Molen geschützt und flach — gut für Kinder. Wer lange Strandkilometer sucht, ist an der Platja de Muro richtig; wer keine Lust auf Liegenreihen hat, hier.
Wie alt ist Colònia de Sant Pere?
Der Ort wurde 1880 als kleine Siedlung direkt am Meer gegründet und ist seither kaum gewachsen. Die Pfarrkirche Església de Sant Pere von 1951 ist dem Schutzheiligen der Fischer geweiht und ersetzte die alte Kirche aus den Anfangsjahren. Eine Tafel am Glockenturm erinnert an das erste Jahrhundert des Orts, 1880 bis 1980.
Was ist im August anders?
Dann ist der Ort voll — allerdings mit Mallorquinern. Colònia de Sant Pere ist eine klassische Sommerfrische für Familien von der Insel, und im August sind die Häuser belegt und der kleine Strand besetzt. Es bleibt trotzdem ruhiger als alles andere an dieser Bucht, aber die Leere des Frühjahrs hat man dann nicht.
Praktisches auf einen Blick
Wann ist die beste Reisezeit für Colònia de Sant Pere?
Für einen Besuch empfehlen sich diese Monate: März bis Juli sowie September und Oktober.
Lohnt sich Colònia de Sant Pere im Juli und August?
Im Juli ist ein Besuch empfehlenswert, im August lohnt sich ein Besuch mit Einschränkungen. Im Juli ist es meist belebt, im August voll. Mallorquinische Sommerfrische — der Ort ist dann voll.
Wie weit ist Colònia de Sant Pere vom Flughafen Palma entfernt?
Vom Flughafen Palma sind es rund 65 Kilometer und etwa 60 Minuten Fahrzeit. Der Ort liegt am östlichen Ende der Bucht, abseits der Durchgangsstraße. Wer ohne Auto kommt, ist auf die eine Buslinie nach Artà angewiesen — für einen Ruheurlaub reicht das, für Ausflüge nicht.
Braucht man für Colònia de Sant Pere einen Mietwagen?
Empfohlen. Es geht auch ohne, mit Auto ist Colònia de Sant Pere aber deutlich einfacher zu erreichen. Öffentlicher Verkehr: Linie 421 verbindet den Ort mit Artà, dort Anschluss Richtung Manacor, Cala Rajada und Palma. Eine Direktverbindung an die übrige Bucht von Alcúdia gibt es nicht.
Wo kann man bei Colònia de Sant Pere parken?
Kostenlos an der Promenade und in den Seitenstraßen, auch im Sommer meist frei.
Kann man bei Colònia de Sant Pere baden?
Ja. Untergrund: Feiner heller Sand, seitlich Felsplatten. Einstieg: Flach und ruhig, durch Molen geschützt. Kurz — ein paar hundert Meter am nördlichen Ortsrand. Schatten: Tamarisken und Kiefern an der Uferkante. Für Kinder: Sehr gut — flach, überschaubar, ohne Betrieb.
Ist Colònia de Sant Pere mit Kinderwagen oder Rollstuhl machbar?
Wege und Untergrund: Promenade gepflastert und eben. Mit Kinderwagen: Auf der Promenade uneingeschränkt. Mit Rollstuhl: Promenade befahrbar, Zugang zum Sand eingeschränkt.
Sind Hunde bei Colònia de Sant Pere erlaubt?
Am Ortsstrand in der Saison nicht erlaubt.
Text und Fotos: Friedhelm Fischer. Seit 2013 auf Mallorca unterwegs — mit dem Rad, zu Fuß und mit der Kamera.