9 Orte, die du auf Mallorca gesehen haben solltest
Wenn du nur einmal herkommst, dann hierhin.
Eine Hauptstadt mit gotischer Kathedrale, ein Dorf im Orangental, eine Stadt hinter mittelalterlichen Mauern, ein Kap mit der spektakulärsten Straße der Insel: Mallorca hat mehr Gesichter, als ein Urlaub zeigen kann.
Diese neun Orte sind mein Vorschlag für alle, die zum ersten Mal herkommen. Du erfährst hier, wie viel Zeit du einplanen solltest, wann du am besten da bist — und wo die Uhrzeit wichtiger ist als die Jahreszeit.
Wo fängt man auf Mallorca an?
Wer zum ersten Mal herkommt, steht vor einem Überangebot: 151 Orte allein im Mallorca Atlas, dazu Strände, Klöster, Burgen und Märkte. Dabei ist die Frage eigentlich eine andere — nicht, was es alles gibt, sondern womit man anfängt.
Diese neun Orte sind meine Antwort darauf. Sie zeigen jeweils eine andere Seite der Insel: eine Großstadt, ein Bergdorf, eine Stadt im Orangental, eine Klosterstadt am Meer, ein Kap, eine Stadtmauer, eine arbeitende Kleinstadt, einen Naturhafen und einen Markt, den es so nirgends sonst gibt.
Bei jedem Ort findest du Hinweise zu Anfahrt, Zeitbedarf und dazu, wann du am besten kommst. Denn bei mehreren dieser Orte entscheidet nicht die Jahreszeit über den Eindruck, sondern die Uhrzeit.
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1. Palma
Keine Inselhauptstadt im Sinne eines größeren Dorfes, sondern eine mediterrane Großstadt, in der fast jeder zweite Mallorquiner lebt. Eine gotische Kathedrale von europäischem Rang, an der Gaudí gearbeitet hat, ein arabischer Stadtgrundriss, in dem man sich bis heute verläuft, und rund 150 begehbare Renaissance-Innenhöfe.
Der häufigste Fehler bei der Reiseplanung: Palma als Tagesausflug zu behandeln. Nimm dir zwei volle Tage, besser drei. Und komm wenn möglich im Winter oder Frühjahr — Palma ist im Januar angenehmer als im August, und das gilt für kaum einen anderen Ort der Insel.
- Anfahrt
- Flughafenbus A1 ins Zentrum, alle 15 Minuten, rund 20 Minuten
- Zeit einplanen
- Mindestens zwei volle Tage, mit Museen vier bis fünf
- Gut geeignet für
- Städtereisende, Architektur, Museen und Abende außerhalb der Saison
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2. Valldemossa
Vierhundert Meter über dem Meer, umgeben von den Hängen des Teix: das bekannteste Bergdorf der Insel. Chopin und George Sand verbrachten hier den Winter 1838/39 in der aufgelösten Kartause — ein Winter, in dem es vor allem geregnet hat, und der den Ort trotzdem weltberühmt gemacht hat.
Zwischen zehn und siebzehn Uhr gehört die Hauptgasse den Reisegruppen. Komm um acht, wenn die Bäckerei die Coca de Patata aus dem Ofen holt: Dann ist Valldemossa genau das schöne Dorf, als das es verkauft wird. Und geh zum Friedhof hinauf — der Blick von dort über das Tal gehört zu den besten der Insel.
- Anfahrt
- Linie 203 ab Palma, etwa stündlich, knapp 30 Minuten
- Zeit einplanen
- Zwei bis drei Stunden für Ort und Kartause
- Gut geeignet für
- Einen frühen Vormittag, Kultur und Kaffee mit Talblick
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3. Sóller
Eine Orangenstadt in einem geschlossenen Talkessel, jahrhundertelang leichter per Schiff als über Land erreichbar. Daher der Reichtum, die französisch anmutenden Fassaden und eine Schmalspurbahn von 1912, die bis heute fährt.
Sóller ist die einzige Stadt der Tramuntana, die wirklich eine Stadt ist: mit Markthalle, Apotheke und einem Platz, auf dem sich abends Leute treffen, die morgen wieder da sind. Fahr mit dem historischen Zug ab Palma — nicht wegen der Nostalgie, sondern weil man auf keiner anderen Strecke so gut sieht, was Menschen um 1910 einem Gebirge abgetrotzt haben. Die Straßenbahn zum Hafen fährt seit 1913.
- Anfahrt
- Zug ab Palma knapp eine Stunde, Bus 204 durch den Tunnel 30 Minuten
- Zeit einplanen
- Ein halber Tag, mit Port de Sóller und Fornalutx ein ganzer
- Gut geeignet für
- Bahnfans, Markthallen und einen Tag ohne Auto
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4. Pollença
Eine Kleinstadt am nördlichen Ende der Tramuntana, gebaut mit dem Rücken zum Meer — weil das Meer jahrhundertelang die Piraten brachte. 365 zypressengesäumte Stufen führen hinauf zum Kalvarienberg.
Pollença ist die angenehmste Stadt der Insel zum Bleiben: groß genug für ein Eigenleben, klein genug, um sie zu Fuß zu kennen. Der Sonntagsmarkt auf der Plaça Major ist der einzige große Markt Mallorcas, auf dem noch wirklich Einheimische einkaufen. Und auf dem Puig de Maria, 330 Meter über der Stadt, liegt ein ehemaliges Kloster mit einfacher Herberge — der Aufstieg dauert 45 Minuten und der Blick reicht über beide Buchten.
- Anfahrt
- Linien ab Palma, Inca und Alcúdia; im Sommer dichter Takt zum Hafen
- Zeit einplanen
- Ein halber Tag, als Standort für den Norden eine Woche
- Gut geeignet für
- Den Sonntagsmarkt, den Calvari und einen Standort im Norden
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5. Cap de Formentor
Die Nordostspitze Mallorcas: eine zwanzig Kilometer lange Felshalbinsel, an deren Ende seit 1863 ein Leuchtturm steht. Antonio Parietti hat die Straße dorthin in den 1930er-Jahren in den Fels gelegt — mit Aussichten, die einen alle drei Kurven anhalten lassen.
Genau das ist auch das Problem: Im Sommer wollen alle gleichzeitig anhalten, und die Zufahrt ist dann für Privatautos gesperrt. Wer im März kommt und um acht losfährt, erlebt eine der schönsten Straßen Europas. Der lohnendste Halt ist der Mirador Es Colomer nach rund sechs Kilometern.
- Anfahrt
- Ab Port de Pollença; im Sommer für Privatautos gesperrt
- Zeit einplanen
- Zwei bis drei Stunden mit Halten, mit Badepause ein ganzer Tag
- Gut geeignet für
- Aussichten, Fotografie und eine Fahrt in der Nebensaison
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6. Alcúdia
Die besterhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung Mallorcas, gebaut auf den Ruinen der römischen Inselhauptstadt Pollentia. Innerhalb der Mauern fahren keine Autos, dafür gibt es Gassen aus honigfarbenem Sandstein und einen begehbaren Wehrgang über den Dächern.
Hier ist die Uhrzeit wichtiger als die Jahreszeit. Zwischen elf und siebzehn Uhr gehört die Altstadt im Sommer den Ausflugsbussen. Komm um neun, wenn das Licht schräg über die Mauerkrone fällt — oder am späten Nachmittag, wenn die Mauern lange Schatten werfen. Dienstags und sonntags ist Markt, einer der größten der Insel.
- Anfahrt
- Linien 351 und 352 ab Port d’Alcúdia, mehrmals stündlich
- Zeit einplanen
- Drei Stunden für die Altstadt, ein halber Tag mit Pollentia
- Gut geeignet für
- Altstadtbummel, Stadtmauer und den Markt am Dienstag oder Sonntag
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7. Artà
Eine Kleinstadt im Nordosten unter einer befestigten Wallfahrtskirche, umgeben von der leersten Landschaft der Insel. Ein überdachter Arkadenaufgang führt vom Ort hinauf zum Santuari de Sant Salvador, von dessen Mauern du über die ganze Ebene siehst.
Artà ist der Gegenentwurf zur Tramuntana: keine Postkartenkulisse, sondern eine arbeitende Kleinstadt mit einem sehr guten Dienstagsmarkt. In der Nähe liegt Ses Païsses, eine der besterhaltenen talayotischen Siedlungen Mallorcas. Und wer wissen will, wie die Insel vor dem Tourismus aussah, fährt von hier aus nach Nordosten in den Naturpark der Halbinsel Llevant.
- Anfahrt
- Linien ab Manacor, Palma und Cala Ratjada
- Zeit einplanen
- Ein halber Tag mit Sant Salvador und Ses Païsses
- Gut geeignet für
- Geschichte, Wanderungen und einen Markt ohne Souvenirstände
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8. Portocolom
Einer der größten Naturhäfen der Insel — und der Ort an der Ostküste, den der Massentourismus nie gefunden hat. Fischerboote liegen wie an einer Perlenschnur vor Bootsschuppen mit Türen in allen Farben, dahinter eine Altstadt, in der tatsächlich gewohnt wird.
Die großen Anlagen stehen außerhalb, die Badebuchten liegen so verteilt, dass sich der Badebetrieb nie im Ortskern staut. Setz dich auf die Kaimauer in der Altstadt und sieh den Booten zu — ehrlich gesagt ist das schon das ganze Programm. Wer es ruhiger mag als in den großen Ferienorten, findet hier den Gegenpol.
- Anfahrt
- Verbindungen ab Felanitx und Manacor
- Zeit einplanen
- Zwei bis drei Stunden für Hafen und Altstadt
- Gut geeignet für
- Einen ruhigen Abend am Wasser und Fotografen
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9. Sineu
Der geografische Mittelpunkt Mallorcas — und Sitz des ältesten Markts der Insel. Seit einem königlichen Privileg von 1306 findet er mittwochs statt, mit einem Viehmarkt, den es sonst nirgends mehr gibt.
Hinter den Ständen mit Lederwaren liegt ein abgetrennter Bereich mit Schafen, Ziegen, Kaninchen und Geflügel, in dem wirklich gehandelt wird. Das ist keine Inszenierung, sondern der Grund, warum der Ort überhaupt existiert. Nur: Der Viehmarkt ist gegen elf Uhr im Wesentlichen vorbei. Wer erst mittags kommt, sieht dort Handtaschen. Nimm den Zug – Parken ist mittwochs in Sineu eine eigene Disziplin.
- Anfahrt
- Zug Palma–Manacor hält in Sineu, die entspannteste Anreise
- Zeit einplanen
- Ein halber Tag am Mittwoch, sonst eine Stunde
- Gut geeignet für
- Den Markt am Mittwochmorgen und das ländliche Mallorca
Häufige Fragen zum ersten Mallorca-Urlaub
Was sollte man auf Mallorca unbedingt gesehen haben?
Palma mit der Kathedrale, ein Bergdorf der Tramuntana wie Valldemossa, die Altstadt von Alcúdia hinter ihrer Stadtmauer und die Straße zum Cap de Formentor — das sind die vier, die auf keiner ersten Reise fehlen sollten. Dazu ein Markttag in Sineu oder Pollença, um die Insel jenseits der Küste zu sehen.
Wie viele dieser Orte schaffe ich in einer Woche?
Vier bis fünf, wenn du es nicht eilig haben willst. Palma allein verdient zwei Tage. Valldemossa und Sóller lassen sich an einem Tag verbinden, ebenso Alcúdia und das Cap de Formentor. Artà, Portocolom und Sineu liegen im Osten und in der Inselmitte und passen besser zu einem zweiten Aufenthalt oder einem anderen Standort.
Brauche ich für diese Orte einen Mietwagen?
Nicht zwingend. Palma, Sóller, Valldemossa, Alcúdia, Pollença und Sineu erreichst du mit Bus oder Zug, Sineu und Sóller sogar besonders bequem. Für Artà und Portocolom ist ein Auto deutlich praktischer. Zum Cap de Formentor ist die Zufahrt im Sommer für Privatautos ohnehin gesperrt.
Wann ist die beste Reisezeit für eine Rundreise über Mallorca?
April bis Juni sowie September und Oktober. Dann sind die Temperaturen angenehm zum Gehen, die Altstädte nicht überfüllt und die Parkplätze erreichbar. Palma lohnt sich sogar im Januar und Februar besonders — die Stadt lebt das ganze Jahr.
Wo übernachtet man am besten für eine Inselrundreise?
Zwei Standorte reichen für die meisten Reisen. Palma oder Sóller decken den Westen und die Tramuntana ab, Pollença oder Alcúdia den Norden mit Cap de Formentor. Wer auch den Osten sehen möchte, nimmt Artà oder Portocolom als dritten Standort.
Stell dir deine erste Mallorca-Reise zusammen
Neun Orte sind mehr, als in eine Woche passen — und das ist Absicht. Such dir drei oder vier aus, die zu deiner Reise passen, und lass den Rest für das nächste Mal. Diese Insel hat mehr Gesichter, als ein Urlaub zeigen kann.
Alle Empfehlungen auf dieser Seite beruhen auf eigenen Besuchen. Die Texte und Fotografien stammen von Friedhelm Fischer, der Mallorca seit 2013 zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit der Kamera erkundet.
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